Aktuell
(c) SPD Ortsverein Weißenburg i.Bay.
Pressemitteilung des Landkreisbündnisses gegen
Rechtsextremismus zu den aktuellen rechtsextremistischen
Aktivitäten in Weißenburg
In den vergangenen Wochen war Weißenburg von einer Serie neonazistischer Propaganda-Aktionen betroffen. Eine
Gruppierung von Rechtsextremisten, die in der Region offenbar eine feste Struktur gebildet haben, versucht im
Rahmen einer „Jugendoffensive“ mit neonazistischen Parolen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für sich zu
gewinnen. Die Verteilung von Flugzetteln, auf denen der ehemalige Stellvertreter Adolf Hitlers, Rudolf Heß, in
unsäglicher Weise verherrlicht wurde, die beängstigenden „Oslo-Propagandazettel“ am Schulzentrum sowie zuletzt
das Anbringen zweier großer Transparente an der Hörnlein-Kreuzung und am Weißenburger Jugendzentrum mit der
Aufschrift „Die Demokraten bringen uns den Volkstod!“ zeigen den widerlichen weltanschaulichen Hintergrund der
rechten Aktivisten. Ihnen geht es offenbar nicht nur um den Kampf gegen alles „Linke“ oder eine liberale
Einwanderungspolitik, sondern hier wird ganz klar die Demokratie an sich in ihren Grundfesten aggressiv
angegriffen, und zwar mittels deutlicher Bezüge auf den historischen Nationalsozialismus.
Das Landkreisbündnis gegen Rechtsextremismus hat angesichts dieser gefährlichen Entwicklung die Initiative
ergriffen und seinerseits eine Plakat-Aktion gestartet. Ab Mittwoch, 24.08.2011, ist am Balkon des Casablanca-
Gebäudes, in dem auch das JUZ untergebracht ist, demonstrativ ein großes Transparent mit der Aufschrift „Wir sind
bunt“ zu sehen. Damit wollen wir die Weißenburger Bürger zur Wachsamkeit gegen die menschenverachtende
Ideologie des Rechtsextremismus aufrufen. Hass auf ethnische Minderheiten, politisch Andersdenkende und eine
pluralistische Gesellschaft allgemein muss klar und entschlossen begegnet werden. Rechtsextremisten dürfen in
unserer Stadt keinen Nährboden finden!
In diesem Sinn fordern wir weitere und verstärkte regionale wie überregionale Anstrengungen im Kampf gegen
Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Neonazis, neurechten Nationalisten oder auch Islam-Hassern darf man
nicht das Feld überlassen. Sie dürfen weder in Deutschland noch andernorts in Europa die Deutungshoheit
erlangen.
Klare demokratische Standpunkte sind die beste Gegenwehr, ebenso das deutliche Bekenntnis zu humanistischen
Werten wie Toleranz und Offenheit. Die beeindruckend offenen und von Liberalität geprägten Reaktionen der
norwegischen Gesellschaft auf den Anschlag des Rechtsextremisten Anders B. Breivik sind in dieser Hinsicht
ermutigend. Klar ist aber auch: Rassismus und Hass gegen Minderheiten liegen außerhalb der hinnehmbaren
Meinungsvielfalt. Das hat nichts mit der vielfach geschmähten „Political Correctness“ zu tun, wie viele Neurechte
meinen. Vielmehr geht es hier um die Menschenwürde. Sie stellt eine unverzichtbare Grundlage für das friedliche
Zusammenleben der Menschen dar.
Die Mitglieder des Landkreisbündnisses gegen Rechtsextremismus sind weiterhin entschlossen, allen Kräften
konsequent entgegenzutreten, welche diese Grundlage mit Worten oder Taten in Frage stellen.
Die Mitglieder des Landkreisbündnisses gegen Rechtsextremismus im Landkreis Weißenburg-
Gunzenhausen